Neuer 3-D-Scanner bildet Gesichter life ab

Für die Gesichtschirurgie zeichnet sich ein Durchbruch ab: ein von britischen Wissenschaftlern und amerikanischen Computerspezialisten entwickelter Gesichtsscanner ist in der Lage, Aussehen und Mimik genau abzubilden.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 09.08.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Gesichtsbewegungen in 3-D

Die Wissenschaftler von der britischen Universität in Cardiff haben zusammen mit Spezialisten der in Atlanta (USA) ansässigen Firma 3dMD, die sich mit der Entwicklung von Technologien für die Gesichtsabbildung (face imaging) befasst, eine Methode entwickelt, die Gesichtsbewegungen von Personen – zum Beispiel Patienten, die eine Gesichtsoperation benötigen – dreidimensional zu erfassen. Das liefert der Gesichtschirurgie das Material, um das Gesicht des Patienten möglichst getreu seines Gesichtsausdruckes und seiner Mimik wiederherzustellen. Betroffen sind z.B. Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalten (Hasenscharte oder Wolfsrachen), mit Gesichtslähmungen nach einem Schlaganfall oder anderen neurologisch bedingten Problemen, die das Gesicht beinträchtigen.

 

Mimik und Gesichtsausdruck wiederherstellen

Seit 2005 arbeiten die britischen Wissenschaftler daran, Gesichtbewegungen dreidimensional abzubilden. Damals kauften sie bei der amerikanischen Firma 3dMD einen Scanner, der in der Lage war, ein lebendiges, sich bewegendes menschliches Gesicht abzubilden – wie eine Videokamera, aber eben dreidimensional. Seitdem arbeiteten sie mit den amerikanischen Spezialisten zusammen  und kauften in diesem Jahr zwei neue, schnelle und hochpräzise dynamische Gesichtsscanner.

Der britische Kieferorthopäde Dr. Hashmat Popat: „Videos waren generell die bevorzugte Methode beim Abbilden von Gesichtsbewegungen, nur leider sind sie zweidimensional und wenn es darum geht, Gesichtsbewegungen zu analysieren, gehen wichtige Daten verloren.

Professor Stephen Richmond und Dr Hashmat Popat von der Zahnmedizin in Cardiff waren von Anfang an bei den Forschungsarbeiten dabei: „Unser Team ist begeistert, dass wir diese neue Technologie nutzen können, um die Entwicklungen im Sinne der Patienten vorantreiben zu können. Wir werden nicht das funktionale Ergebnis der Operation abzuschätzen können und auch, wie andere darauf reagieren, sondern unser Team wird in der Lage sein, fortgeschrittene Computersimulationen einzusetzen, um Gesichtausdruck und Mimik eines Patienten, der sich einer gesichtschirurgischen Behandlung unterziehen muss, wiederherzustellen.