Reformierung der MRT-Richtlinie der EU verschoben

Wie AuntMinnie am Freitag berichtete, hat die Europäische Kommission die Reformierung der EMF-Richtlinie um weitere zwei Jahre verschoben, weil ihre Überarbeitung nicht wie geplant bis zum 30. April 2012 abgeschlossen werden kann.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 30.01.2012
  • Autor: M. Heukenkamp
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Hintergrund sind die Diskussionen über die 2004 beschlossene Richtlinie Elektromagnetische Felder (EMF) (2004/40/EG), die den Schutz der Arbeitnehmer gegen elektromagnetische Strahlung regelt und verbindliche Mindestgrenzwerte festlegt. Die Richtlinie sollte bis 2008 von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht übernommen werden. In den Jahren nach 2004 erwies sich, dass nicht nur die vorgeschriebenen Messungen der Belastung von Arbeitsplätzen teuer und schwierig werden würde, sondern auch, dass die Magnetresonanztomographie (MRT), wichtiger Teil der medizinischen Bildgebung, von den Bestimmungen massiv eingeschränkt werden würde. Medizinische Diagnostik und Forschung würden behindert oder ganz unmöglich gemacht, argumentieren europaweit Radiologen und Wissenschaftler, die sich 2007 in der Alliance for MRI ein Sprachrohr verschafften.

Daraufhin wurde auf europäischer Ebene beschlossen, die Richtlinie zu überarbeiten, Ausnahmen für die Magnetresonanztomographie zu erarbeiten und die neue Richtlinie bis zum 30. April 2012 von den Mitgliedsstaaten ratifizieren zu lassen. Dieser Termin ist jetzt nicht mehr haltbar. Die Verschiebung soll mehr Zeit für die Klärung noch offener Fragen einräumen.
AuntMinnie zitiert Armindo Silva, Direktor für Beschäftigung  und Sozialgesetzgebung in der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der europäischen Kommission: „Der Stichtag Ende April ist entgegen unserer Erwartungen nicht zu halten. Wenn wir jetzt nicht gehandelt hätten, wäre es ab dem 1. Mai zu einer Rechtsunsicherheit gekommen.“
Die Alliance for MRI zeigt sich laut AuntMinnie enttäuscht über die Verschiebung und beklagt eben die Rechtsunsicherheit als Behinderung für die weitere Nutzung und Entwicklung der Magnetresonanztomographie.

AuntMinnie ist eine wichtige Internetplattform für Radiologen und alle jene, die beruflich mit der medizinischen Bildgebung zu tun haben.