Tumore in der Bauchspeicheldrüse sichtbar machen

Schweitzer Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, das kleine Tumore der Bauspeicheldrüse, sog. Insulinome, mit weitaus größerer Sicherheit als die bisher eingesetzten bildgebenden Verfahren, die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT), diagnostiziert.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 02.08.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Der Pfeil zeigt die Anreicherung der schwach
radioaktiven Substanz im Insulinom.
Bei diesem Patienten war das Insulinom
im Kopf der Bauchspeicheldrüse lokalisiert.
Da die Substanz über die Nieren ausgeschieden
wird, sind auch beide Nieren sichtbar.
(Bild: Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Freiburg i. Br. )

Die Wissenschaftler von zwei Schweitzer Kliniken, dem Inselspital Bern und dem Universitätsspital Basel sowie vom Paul Scherrer Institut (PSI) haben seit langem an der Entwicklung einer Methode gearbeitet, mit deren Hilfe die Insulinome erkannt werden können. Insulinome sind kleine, gutartige Tumore in der Bauchspeicheldrüse, die unkontrolliert Hormone, darunter auch Insulin, produzieren und damit den Stoffwechsel erheblich stören. Sie müssen entfernt werden.

Schwer zu finden

Die üblichen Bildgebungsverfahren zur Untersuchung der Bauchspeicheldrüse sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Sie entdecken jedoch nur 60-70 Prozent der Insulinome. Daher war es dringend notwendig, ein geeigneteres und zuverlässigeres Verfahren zu entwickeln.

Mit Türöffnersubstanz und Spezialkamera

Ein radioaktiver Marker, schwach radiaoktives Indium, wird mithilfe einer Türöffner-Substanz, die an Rezeptoren auf der Tumoroberfläche andockt, in den Tumor eingeschleust. Die Strahlung wird dann mit einer Spezialkamera aufgezeichnet.
Mit dem neuen Verfahren sind Erkennungsraten von 95 Prozent möglich, wohingegen bei den durchgeführten Untersuchungen an 30 Patienten mit hohem Insulinomverdacht CT und MRT deutlich schlechter abschnitten: hier lag die Erkennungsrate bei nur 47 Prozent. Klinischer Forschungsleiter Prof. Emanuel Christ vom Inselspital Bern: „Es ist wahrscheinlich, dass diese Methode in Zukunft die bisherigen Methoden der Lokalisation von Insulinomen ablösen wird.

Die Ergebnisse der Studie werden im September in der Medizinzeitschrift Lancet veröffentlicht.