Sport als Auslöser von Erkrankungen des Rückens und des Bewegungsapparates

Auf dem letzten Kongress der European Society of Radiology (ECR 2013) in Wien war auch die Diagnose von durch Sport bedingten Erkrankungen des Rückens und Bewegungsapparates ein Thema für die Radiologen.

  • Gordon Böhme
  • geschrieben am: 12.04.2013
  • Autor: Gordon Böhme (yellowmed)
  • gelesen: 248129593 mal

Auf einem Workshop zu Verletzungen durch Überstrapazierung und ihrer Diagnose stellte Dr. Milko De Jonge, ein niederländischer Radiologe die am weitesten verbreiteten Erkrankungen und Verletzungen durch Sportstress vor.

Turnen stresst die Wirbelsäule

So sind bei Turnerinnen und Turnern besonders Verletzungen der Wirbelsäule anzutreffen, die als Reaktion auf übermäßige Belastung und Forderung auftreten. „Schmerzen im unteren Rücken sind sehr verbreitet und Bandscheibenvorfälle auch“, kommentierte De Jonge das Problem. Die Turnerinnen und Turner begännen zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit dem Training, oft schon mit sechs Jahren, mit 18 seien sie Veteranen. In der Kindheit und Jugend sind ist der Bewegungsapparat noch im Wachstum, Verletzungen durch übermäßige Strapazen treten schnell auf. So ist die Belastung durch die Intensität und Häufigkeit des Trainings hoch: so sind 15-25 Stunden in der Woche keine Seltenheit.

Obwohl es keinen Konsens über die besten Bildgebungsmöglichkeiten für solche Erkrankungen gebe, so seien doch Röntgen und Magnetresonanztomographie (MRT), in ausgewählten Fällen auch die Computertomographie (CT) Bildgebungsverfahren, die besten Optionen.
Am besten geeignet für Diagnose und Behandlung solcher durch Sport bedingten Verletzungen und Schäden der Wirbelsäule sind Sportkliniken, da sie sich auf Probleme spezialisiert haben, wie sie durch übermäßige Belastung von Teilen des Bewegungsapparates auftreten. Ein Beispiel dafür ist die ARCUS Sportklinik, die eine ganze Bandbreite von Erkrankungen wie zum Beispiel Bandscheibenvorfälle der Lenden- oder der Brustwirbelsäule behandelt.

„Rücken” als Volkskrankheit

Ich habe „Rücken”  können knapp 70% der erwachsenen Deutschen sagen. Das Netzwerk „Kompetenz gesunder Rücken”  dazu: „Rückenschmerzen sind die häufigste Schmerzform in der Bevölkerung: 69% der Bundesbürger leiden gelegentlich daran. Jede fünfte Frau und jeder siebte Mann leidet unter chronischen Rückenschmerzen. Rückenschmerzen verursachen ca. 15% aller Arbeitsunfähigkeitstage (Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 7, Chronische Schmerzen).“ 

Die Ursachen sind unterschiedlich:

  • Verspannungen,
  • Haltungsschäden,
  • Verletzungen,
  • Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) oder der
  • Halswirbelsäule (HWS) können Verursacher sein.

In jedem Falle sollte genau abgeklärt werden, wo das Problem liegt, damit therapeutische Maßnahmen gezielt eingesetzt werden können.

Fußball stresst die Knöchel, Golf die Handgelenke

Auf dem ECR-Workshop kamen noch weitere typische Sporterkrankungen zur Sprache: So sind bei denen Fußballern besonders die Gelenke der Füße wie die Knöchel in Mitleidenschaft gezogen, bei den Golfspielern die Handgelenke.