RSNA: Zunahme übergewichtiger Patienten Problem für medizinische Bildgebung

Einem Bericht der Radiological Society of North America (RSNA) zufolge macht die Häufigkeit übergewichtiger Patienten entsprechend ausgelegte Geräte für die Bildgebung in Krankenhäusern und Arztpraxen notwendig.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 23.07.2012
  • Autor: M. Heukenkamp
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Die Geräte im Bereich medizinische Bildgebung sind zumeist entsprechend Standard-Körpermaßen der Patienten designed und konstruiert. Doch diese Standardmaße sind überholt, so beschreibt es der Bericht, der auf der Homepage der Radiological Society of North America (RSNA) Anfang des Monates veröffentlicht wurde. Es gibt immer mehr übergewichtige Patienten, die nicht in die entsprechenden Geräteöffnungen passen oder die für die Untersuchungstische zu schwer sind.

So waren die Mitarbeiter des Massachusetts General Hospital (MGH) in Boston sehr erleichtert, als ihnen ein Röntgen- und Durchleuchtungssystem vorgestellt wurde, dass für die Untersuchungsbedürfnisse von übergewichtigen Patienten  konstruiert wurde. Der Untersuchungstisch des Precision RXi von GE Healtcare ist belastbarer und die Öffnung größer. Zitiert wird Maureen Seluta, Operations Manager im Department of Radiology am MGH: „Die Patienten merken nicht einmal, dass das Gerät speziell für Übergewichtige konstruiert wurde. Wir behandeln im Durchschnitt zwei Adipositas-Patienten pro Tag, eine Zahl, die mit Sicherheit steigen wird. Wir werden das Gerät gut brauchen können.“

Die steigende Popularität von Adipositas-Eingriffen sowie die Zunahme der Übergewichtigkeit überhaupt in vielen Ländern der Welt stellten viele Radiologieabteilungen vor ein Problem, das so vor einiger Zeit noch gar nicht bestand. Die Radiologie setze sich damit seit einiger Zeit intensiver auseinander, die Medizingeräteindustrie hinke den Anforderungen aber noch hinterher, heißt es in dem Artikel.

Verwiesen wird dazu auf einen Vortrag unter dem Titel „Challenges in Imaging and Performing Image-Guided Procedures in the Obese Patient“ von Raul N. Uppot, M.D., Professor für Radiologie an der Harvard Medical School und Radiologe am MGH, den er für die Jahrestagung RSNA 2012 im November eingereicht hat. „Das Problem ist sicher in den USA besonders drastisch, aber jedes Mal, wenn ich darüber spreche, wird mir bewusster, das Übergewicht ein globales Problem ist“, und Uppot weist darauf, dass mit Indien und China zwei sehr bevölkerungsreiche Nationen sich mit dem Problem befassen müssen.

Die Probleme seien je nach Bildgebungsart unterschiedlich. Am stärksten beeinträchtige viel Fettgewebe die Bildqualität beim Ultraschall. Bei Röntgenuntersuchungen oder nuklearmedizinischen Behandlungen müsse mit einer höheren Strahlendosis gearbeitet werden und außerdem seien die Geräte selbst oft nicht für starkübergewichtige Patienten ausgelegt.