PET/MRT: nicht zu früh freuen

Wie auf AuntMinnie, der Internetplattform für Radiologie und medizinische Bildgebung berichtet, wurde auf der Eröffnungspressekonferenz der diesjährigen Jahrestagung der European Society of Radiology (ESR) der Euphorie über das neue Bildgebungsverfahren PET/MRT ein Dämpfer versetzt.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 11.03.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Die Kombination aus Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist eine der jüngsten und meistversprechenden Innovationen im Bereich medizinische Bildgebung. Das Verfahren verbessert die Entdeckung und Charakterisierung von Tumoren, unterstützt die Therapieüberwachung und kommt dabei mit einer relativ  geringen Strahlendosis aus. Die Radiologenwelt ist begeistert.

PET/MRT erst einmal prüfen

Auf der Pressekonferenz, mit der ECR 2013 (Europoean congress of Radiology, 7.-11. März in Wien) eröffnet wurde, wurden aber auch Kritik und warnende Worte laut. Prof. Dr. med. Heinz-Peter Schlemmer, Leiter der Abteilung Radiologie mit dem Forschungsschwerpunkt „Bildgebung und Radioonkologie“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, sagte: „Die anfängliche Euphorie über die medizinischen Aussichten von PET/MRT bei der Feststellung verschiedener Krankheiten ist nachvollziehbar, indem sich diese neue Technologie weiterentwickelt. Aber Kritik ist auch immer noch berechtigt, vor allem weil diese neue Bildgebungstechologie nicht in die klinische Praxis übernommen werden kann, bevor ihre diagnostische Genauigkeit, ihr Einfluss auf das Therapiemanagement und auch ökonomische Faktoren sorgfältig geprüft und durch klinische Studien belegt wurde.

Geringe Verfügbarkeit

Es sind bislang nur etwa 30 PET/MRT-Systeme im Einsatz und zwar meist zu Forschungszwecken. Damit ist die das Verfahren eigentlich für die klinische Medizin nicht verfügbar. Der Hauptgrund für diese eingeschränkte Verfügbarkeit ist neben der Neuheit des Verfahrens vor allem das Geld. Die Geräte seien sehr teuer, auch wenn zu erwarten sei, dass der Preis mit zunehmender Verfügbarkeit sinke. Es sei bislang völlig ungeklärt, wer für die Kosten der Untersuchung, der Kontrastmittel und Bildauswertung tragen solle. Außerdem sei zur Bedienung speziell geschultes Personal nötig.

Diagnostischen Wert noch beweisen

Die Radiologen müssten zudem noch nachweisen, dass das Verfahren, Lebensqualität und -erwartung deutlich verbessere und anderen Verfahren überlegen sei.