Neue Methode der Mammografie liefert klarere Bilder

Das am Schweizer Paul Scherrer Institut PSI entwickelte Mammografie-Verfahren misst nicht nur die vom Gewebe absorbierte, sondern auch die abgelenkte Strahlung. Daraus ergeben sich Mehrinformationen, die zu einer klareren und aussagekräftigeren Darstellung von krankem und gesundem Gewebe führen.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 28.10.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Der Vergleich von Röntgenaufnahmen von
Brustgewebe mit einer konventionellen
Mammografie sowie der neuen
Mammografiemethode zeigt eine deutliche
Verbesserung der Bildschärfe und damit der
Sichtbarkeit der Ausläufer des Tumors (hell).
Bild: Paul Scherrer Institut/Kantonsspital Baden

Kleinste Gewebsveränderungen sichtbar

Laut Pressemitteilung des PSI wurden die mit dem neuen Verfahren erstellten Aufnahmen von Brustgewebe mit solchen aus der konventionellen Mammografie verglichen. Die internationale Brustexperten, die diesen Vergleich vorgenommen haben, äußerten sich durchweg positiv. Gewebe aus Brustoperationen wurde dabei untersucht und es zeigte sich, dass in dem schärferen und detaillierteren Abbild auch  kleinste Gewebsveränderungen sichtbar wurden. „Laut Studienautoren ermöglicht die neue Bildqualität nicht nur eine genauere Diagnose von Brustkrebs, sondern birgt auch Potential, die Früherkennung zu verbessern.

Früherkennung deutlich verbessern

Aufgrund der viel klareren Abbildung wird die Unterscheidung von malignem und gesundem Brustgewebe sehr viel einfacher. Nik Hauser, Leiter des Brustzentrums am Kantonsspital Baden: „Dies kann es in Zukunft ermöglichen, eine Operation besser vorzubereiten und den Eingriff genauer einzugrenzen. […] Dies wäre für die Praxis äusserst vielversprechend, je früher man eine verdächtige Gewebeveränderung erkennt und behandeln kann, desto höher sind die Überlebenschancen.


Erprobung an Patientinnen steht bevor

Bislang wurde das Verfahren nur an Gewebsproben getestet. Jetzt ist es so weit gediehen, dass es auch zur Untersuchung von Patientinnen eingesetzt werden kann. Marco Stampanoni, der das Projekt leitende Forscher des PSI und Professor an der ETH Zürich: „Einen wesentlichen Teil des Weges bis zur Umsetzung der neuen Methode in der Praxis haben wir hinter uns – nun sind wir auf der Zielgeraden. In einem nächsten Schritt wollen wir die neue Mammografiemethode an Patientinnen erproben.“ Wird das Verfahren erfolgreich getestet, steht einer Übernahme in die klinische Praxis nichts mehr im Wege.