Deutsche Medizintechnik wächst langsamer

Die Herbstumfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), des stärksten Branchenverbandes für den Bereich Medizintechnik, ergab, dass die 111 befragten Unternehmen ihre wirtschaftliche Entwicklung verhalten oder pessimistisch einschätzen. Insgesamt ist das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren auf 2,6 Prozent gesunken.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 07.11.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Rückläufige Gewinnerwartung

In seiner Auswertung der Umfrage unter 111 Mitgliedern kommt der Branchenverband zum Ergebnis, in diesem Jahr der Umsatz der Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland deutlich weniger schnell gewachsen ist – das Wachstum lag bei 2,6 Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren, wo es im Durchschnitt bei etwa 5 Prozent lag. Darüber hinaus, so wird in der Mitteilung des BVMed auf Informationen von Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt Bezug genommen, sei die Gewinnentwicklung der MedTech-Unternehmen weiter rückläufig, wobei etwa

  • ein Viertel der Unternehmen noch auf wachsende Gewinne rechne,
  • ein Drittel hingegen schon mit zurückgehenden Gewinnen.

Preisdruck und Innovationsfeindlichkeit

Die Unternehmen im Bereich Medizintechnik wurden auch nach ihren Ansichten zu den Gründen des Rückganges befragt: „64 Prozent beklagen den zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften. 44 Prozent der Unternehmen kritisieren die innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen, 38 Prozent das insgesamt zu niedrige Erstattungsniveau in Deutschland. Kritisiert wird auch, dass die Patienten durch die negative öffentliche Diskussion über Medizinprodukte zunehmend verunsichert sind (29 Prozent)“.

Weniger Arbeitsplätze entstehen

In den vergangenen Jahren haben Medizintechnik-Unternehmen stets neue Arbeitsplätze geschaffen, Jobmotoren hat man sie daher genannt. Damit scheint es im Zuge der für die  Branche ungünstigen Entwicklungen vorbei zu sein: „Nur noch 45 Prozent der befragten Unternehmen hätten gegenüber dem Vorjahr neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Vorjahr waren es noch 58 Prozent. 16 Prozent haben gegenüber dem Vorjahr Personal abgebaut. Schmitt: ‘Der Standort Deutschland verliert damit zunehmend an Attraktivität. ’“

Der Verband hat die Ergebnisse ausführlich auf dem BVMed-Medienseminar am 5. November in Berlin vorgestellt. Alle Unterlagen zum dazu können über die Website des Verbandes abgerufen werden.