BVMed: Medizinprodukte differenziert bewerten

Auf der MedInform-Konferenz „Versorgungsstrukturgesetz 2012“ des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. (BVMed) forderte der Verband eine differenzierte Nutzenbewertung von Medizinprodukten je nach Risikoklasse und Modifikationsgrad.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 03.02.2012
  • Autor: M. Heukenkamp
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Diskussion auf der MedInform-Konferenz
„Versorgungsstrukturgesetz 2012“
© BVMed

Auf der Veranstaltung am 31. Januar in Berlin ging es um die Auswirkungen des Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VStG) auf die Versorgungsstrukturen und die Versorgungsqualität. Anwesend waren Vertreter vom Bundesgesundheitsministerium, vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), von den Krankenkassen und den Krankenhäusern sowie vom BVMed selbst.

Diskussionsthema Erprobungsregelung

Insbesondere die Erprobungsregelung wurde diskutiert. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Dr. Rainer Hess, wird in der Pressemitteilung des BVMed zum Problem der randomisierten kontrollierten Studien als Teil der Erprobungsregelung wie folgt zitiert: „Wir sind nicht RCT-gläubig [RTC- randomized controlled trial]. Wir erkennen die bestmögliche Evidenz an und wissen sehr wohl, dass es bei Medizinprodukten nicht immer randomisierte kontrollierte Studien geben kann.“ Details zur Erprobungsregelung wird der G-BA in einer eigenen Verfahrensordnung, an deren Festlegungen bereits gearbeitet werde, bestimmen.

Der Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums, Dr. Ulrich Orlowski, stellte heraus, dass die wichtigste Änderung für Medizintechnik-Unternehmen bei der Markteinführung von innovativen Medtech-Produkten eben die Erprobungsregelung sei. Sie müsse als Chance begriffen werden, denn sie solle nicht nur die Versorgung der Patienten mit neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden verbessern, sondern auch die Rahmenbedingen für Metech-Innvoationen in Deutschland – nicht zuletzt mit dem Ziel, der deutschen Medizintechnik international den Bestand zu sichern.

Der Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, plädierte dafür, Innovationen schnell in die klinische Praxis zu übernehmen; überzogene Nutzenbewertungsansprüche seien kontraproduktiv. Die Krankenhäuser müssten offen für Innovationen und den medizinischen Fortschritt sein und bleiben.

MedInform ist der Informations- und Seminarservice des BVMed. Die nächste MedInform-Konferenz befasst sich mit dem Innovationszugang für Medizintechnologien in der GKV und findet am 7. März 2012 in Köln statt.