Brustkrebsscreening per Magnetresonoanztomographie

Ein vereinfachtes Scan-Protokoll könnte die Magnetresonoanztomographie (MRT) zu einem geeigneten Verfahren für das Brustkrebsscreening werden lassen.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 17.09.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Bislang ist die Röntgen-Mammographie das Standardverfahren der Brustkrebsvorsorge. Das könnte sich ändern, wenn ein rationelleres Scannprotokoll eingesetzt würde. Diese Auffassung vertrat Dr. med. Christiane Kuhl, Direktorin der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie von der Uniklinik der RWTH Aachen, auf dem Breast Cancer Symposium (BCS) 2013, das vom 7. bis zum 9. September in San Francisco (California, USA) stattfand.

Knapperes MRT-Scan-Protokoll soll Zeit und Kosten reduzieren

Wie in einem Fachartikel auf AuntMinnie, dem Internet-Fachportal rund um alle Fragen der Bildgebung und Radiologie berichtet wird, untersuchten Dr. Kuhl und ihre Kollegen die Magnetresonoanztomographie (MRT) daraufhin, ob und unter welchen Bedingungen sie als Screening-Verfahren in der Brustkrebsvorsorge einsetzbar sei. Dafür arbeiteten sie mit einem verknappten Protokoll, das nur einen Teil der Daten auswertet. Die Idee war, so viel von der hohen Sensitivität der MRT zu erhalten wie möglich und trotzdem die Zeit, die für die Bilderstellung und -interpretation gebraucht wird, so weit wie möglich zu reduzieren – mit dem Langzeitziel, den Einsatz der Brust-MRT zu verbessern, indem die Kosten dafür gesenkt werden.
Dr. Kuhl: „Wir haben diese Machbarkeitsstudie durchgeführt, um zu untersuchen, ob wir die MRT als Brustscreening-Verfahren tauglich machen könnten, indem wir die Aufnahme- und die Lesezeit senken. Ein vollständiges MRT-Protokoll braucht 21 Minuten. Wir haben viel weggeschnitten und die Zeit auf drei Minuten reduziert.

Vereinfachtes MRT-Protokoll genauso gut wie vollständiges

Getestet wurde das verknappte Protokoll an einer Probandinnengruppe von 443 Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko. Die Ergebnisse wurden verglichen mit denen, die das ausführliche Protokoll erbracht hatte. Das verkürzte Protokoll fand 82% der Krebsfälle und erreichte damit dieselbe Genauigkeit wie das vollständige Protokoll. Ersteres hatte 33 falsch-positive Diagnosen, letzteres 35. Der prognostische Wert des verkürzten Protokolls lag bei 99,6 %.

Den richtigen Krebs finden

Kuhl favorisiert die MRT als Screeningverfahren gegenüber der Röntgen-Mammographie, weil sie in der Lage ist, biologisch aktive Tumore von inaktiven zu unterscheiden: „Als Technologie wohnt der Mammographie die Unfähigkeit inne, langsam wachsende Tumore zu erkennen. […] Im Gegensatz dazu findet die MRT Tumoren, die biologisch aktiv sind, also eine gesteigerte Angiogenese und Protease-Aktivität aufweisen. […] Das Ziel von Nicht-Mammographie-Screening-Strategien ist es, den richtigen Krebs zu finden, den der tötet.