Bildgebung heilt Alzheimer nicht

In einem Artikel im Ärzteblatt wird die Rolle der modernen medizinischen Bildgebung beim Umgang mit der Demenzerkrankung vom Typ Alzheimer kritisch hinterfragt. Fazit: frühe Diagnose ist gut und wichtig, heilt aber nicht.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 26.09.2013
  • Autor: M. Heukenkamp
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Wichtiger Bestandteil im diagnostischen Prozess

Seit längerem können die modernen Bildgebungsverfahren der Medizin wie die Magnetresonanztomographie (MRT), die Positronenemissionstomographie (PET) und die Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT) die für die Alzheimer-Demenz typischen hirnphysiologischen iVeränderungen mmer früher nachweisen. Das wurde stets als großer Erfolg gefeiert und es ist auch einer, nur hat er einen Januskopf: die frühzeitige Diagnose nämlich scheint auch bessere Therapiemöglichkeiten zu eröffnen. Richard Dodel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Zwar sind die modernen Verfahren extrem leistungs­fähig, sie liefern wertvolle Daten für die Forschung und sind ein wichtiger Bestandteil im diagnostischen Prozess.“ Aber, so wird er im Ärzteblatt weiter sinngemäß zitiert: „Kritisch werde es allerdings, wenn Ärzte mit diesen Bildern auf Kundenfang gingen, wenn sie mehr versprächen, als sie halten könnten, und wenn diese Methoden zur Verunsicherung der Patienten führten […] Mit ‘Beunruhigung’ haben Neurologen laut der DGN zur Kenntnis genommen, dass Privatversicherten und Selbstzahlern teure bildgebende Verfahren angeboten werden, die einen Blick in die Zukunft ermöglichen sollen.“

Der Blick in die Zukunft heilt niemandem

In der Pressemitteilung der DGN zur Alzheimertherapie heißt es: „Noch stehen lediglich symptomatische Behandlungsansätze zur Verfügung“. Das heißt, es gibt therapeutische Möglichkeiten, die Symptome der Krankheit zu lindern, die Betroffenen psychisch zu unterstützen, ihnen mit Maßnahmen aus dem Bereich der Ergotherapie oder Ähnlichem zu helfen, aber eine Heilung bringt all das nicht.

Nicht aufgeben

Das bedeutet aber aus sicht der DGN nicht, dass man aufgegeben habe oder aufgeben solle. Da der Forschungsansatz, die Bildung der Eiweißfragmente, die bislang für die Entstehung der Krankheit verantwortlich gemacht werden, zu unterbinden oder zu behindern, nicht zu Therapiefortschritten geführt hat, ist einige Ratlosigkeit eingezogen. Richard Dodel: „Diskutiert wird nun, dass die den meisten Ansätzen zugrunde liegende Amyloid-Hypothese falsch sein könnte. Mindestens so wahrscheinlich ist es aber, dass die Patienten zu spät behandelt werden.“ Wichtig sei es, so Dodel, nicht aufzugeben: „Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“ Über kurz oder lang werde man einen Weg zur erfolgreichen Behandlung finden.