Bessere Früherkennung in der Mammographie durch neue Technologie

Die Digitale Mammographie auf der Grundlage der Photonenzähl-Methode bietet eine sehr hohe diagnostische Performanz, da sie kleinste Tumorbildungen entdeckt.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 05.02.2014
  • Autor: M. Heukenkamp
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Die Photonenzähl-Methode ist eine neue und viel versprechende Methode der direkten digitalen Radiographie. Sie arbeitet mit nur einem Detektor, um Streustrahlung und Lärm zu vermeiden und sie ermöglicht auch eine Reduzierung der Strahlendosis.

Studie belegt höhere Krebserkennungsrate

In einer Studie, die von Radiologen der Abteilung für Klinische Radiologie am Universitätsklinikum der Universität Münster durchgeführt wurde, werden die Vorteile des Einsatzes der neuen Photonenzähl-Methode im Mammographie-Screening untersucht. Im Rahmen dieser Studie wurden 13.312 Frauen per Photonenzähl-Methode untersucht und 993.822 Frauen mit anderen Mammographie-Methoden. Es zeigte sich, dass die Krebserkennungsrate der Photonenzähl-Methode deutlich höher lag als bei den anderen Methoden und zwar in einem Verhältnis von 0,76 Prozent zu 5,4 Prozent. Klinikdirektor Prof. Dr. med. Walter Heindel und Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie: „Die höhere Krebserkennungsrate der Photonenzähl-Methode rührt daher, dass sowohl kleine, invasive Karzinome als auch duktale Karzinome in situ entdeckt werden.“
Bei den duktalen Karzinomen in situ, einer Krebsart, die von den Epithelzellen der Milchgänge ausgeht, aber nicht invasiv ist, lag die Erkennungsraten sogar fast doppelt so hoch wie bei den anderen Mammographie-Verfahren.

Ergebnisse auf breite Datenbasis gestützt

Mitautorin Stephanie Weigel von der Uniklinik Münster: „Unserer Kenntnis nach unterscheidet sich die von uns durchgeführte Studie von anderen, vorangegangenen, die die Performanz der Photonenzähl-Methode untersuchten, da wir mit einer viel größeren Datenbasis gearbeitet und die verschiedenen Scanparameter berücksichtig haben.

Dosisreduktion und Dosismodifikation

Darüber hinaus ist die mittlere Strahlendosis des Drüsengewebes bei der Photonenzähl-Methode deutlich niedriger als in der konventionellen Direktradiographie. Außerdem kann die Dosis modifiziert werden, um eine bessere Bildgebung bei Frauen mit hoher Brustgewebsdichte zu erreichen. Professor Heindel: „Die innovative Methode eröffnet zukünftiges Forschungspotential. Eine Forschungsrichtung ist die Anwendung der Spektralbildgebung für eine Quantifizierung des Brustdrüsengewebes, was eine besondere Rolle beim Problem der Brustdichte spielt.