Apparatemedizin: Zwei Drittel der Menschen klagen über Informationsdefizite

Eine an der Hochschule Augsburg Ende vergangenen Jahres durchgeführte Grundlagenstudie kommt zum Ergebnis, dass sich 68% der Studienteilnehmer unterinformiert über die Möglichkeiten und Risiken der modernen Apparatemedizin fühlen.

  • Marianne Heukenkamp
  • geschrieben am: 24.01.2011
  • Autor: M. Heukenkamp
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Unter Leitung des Augsburger Marketingdozenten und Gesundheitsexperten Prof. Dr. Gerhard F. Riegl befragte ein Team von 21 Studierenden  von Oktober bis Dezember 2010 1043 erwachsene Bundesbürger zu ihren Erfahrungen mit der Apparatemedizin. Die Auswertung der Studie liegt jetzt vor.

Das Interesse an medizinischen Apparaten ist sehr hoch, zwei Drittel der Befragten beklagt aber Informationsdefizite. Es fehlen insbesondere Informationen zur Strahlendosis bei Untersuchungen mit Strahlenbelastung wie in der Computertomographie (CT),  Informationen zum Ablauf von Untersuchungen und Informationen zum technischen Stand der eingesetzten Apparate. Patienten wollen keine stummen Leistungsempfänger sein, sondern über den Einsatz von Untersuchungsmethoden und Therapien mitentscheiden. Generell legen Patienten heute mehr Gewicht auf Information und sind selbstbewusster und souveräner im Umgang mit Ärzten. Insbesondere die Informationsmöglichkeiten via Internet führen zu mehr Wissen und gezielteren Nachfragen. Fazit der Studie:

„Gut informierte, aufgeklärte Gesundheitsbürger haben bessere Gesundheits-Chancen, weil sie mehr Eigenverantwortung übernehmen können und Prävention oder Therapietreue ernst nehmen.“

Die Studie wurde durch Siemens Healthcare gefördert.